Schwerin – Im Zoo Schwerin gibt es Grund zur Freude: In der vergangenen Woche konnte der Zoo ein gesundes Giraffenkalb willkommen heißen. Die Mutter, die 6-jährige Giraffe Kahlua, brachte den kleinen Bullen am 24. Februar wohlbehalten zur Welt. Vater ist der knapp 6-jährige Bulle Madiba.
Geburt verlief ohne Komplikationen
Die Geburt des kleinen Bullen verlief komplikationslos, teilt die Zoologische Leiterin und stellvertretende Zoodirektorin, Julia Gottschlich, mit. „Der Geburtsvorgang startete gegen 16 Uhr, zwei Stunden später bewegte sich das Kalb bereits eigenständig“, so Gottschlich. Das gesamte Team sei sehr froh darüber, dass die junge Giraffenkuh Kahlua die Geburt so gut gemeistert habe. Rothschildgiraffen sind mit etwa drei Jahren geschlechtsreif. Sie haben eine Tragzeit von etwa 15 Monaten. Die Geburt findet meist im Stehen statt, sodass das Kalb aus etwa zwei Metern Höhe auf den Boden fällt – ein wichtiger Impuls, um die Atmung in Gang zu setzen. Bereits nach kurzer Zeit steht das Jungtier auf eigenen Beinen und beginnt, bei der Mutter zu trinken. Der Kleine wiegt rund 60 Kilogramm und ist 1,70 Meter groß.
Vier Rothschildgiraffen leben nun im Zoo
Zusammen mit dem kleinen Bullen leben nun insgesamt vier Rothschildgiraffen im Zoo Schwerin. Neben Kahlua und Madiba gehört die ebenfalls sechsjährige Kuh Daisy, Kahluas Schwester, der Gruppe an. Die Giraffen sind erst 2021 im Zoo Schwerin eingezogen, nachdem einige Zeit keine Giraffen im Zoo gelebt hatten. Grund dafür waren die Baumaßnahmen rund um das Rote Liste Zentrum. Heute teilen sich die Giraffen ihre Anlage mit den afrikanischen Blauhalsstraußen.
Erleichterung nach traurigem Vorfall
Ein Stück weit erleichtert ist das Zoo-Team, da die letzte Giraffengeburt im vergangenen Jahr von einer traurigen Entwicklung überschattet wurde: Ein im September geborenes Jungtier litt an irreversiblen Fehlstellungen der Gliedmaßen und wurde von Mutter Daisy nicht angenommen. Schweren Herzens und nach intensiver Beratung sowie Einberufung der Ethikkommission musste das Zoo-Team das Tier erlösen. Umso glücklicher ist der Zoo über die reibungslose Geburt und die gute Entwicklung des in der vergangenen Woche geborenen Giraffenbullen.
Jungtier bald für Besucherinnen und Besucher zu sehen
In den kommenden Tagen wird das Kalb zunehmend aktiver und neugierig seine Umgebung erkunden, bleibt dabei jedoch stets in der Nähe von Mutter Kahlua. Zunächst müssen aber die Temperaturen etwas wärmer werden, bis der Kleine mit Mutter Kahlua stundenweise die Außenanlage erkunden darf. Auch eine Vergesellschaftung mit den anderen Giraffen soll schon in Kürze stattfinden. Besucherinnen und Besucher sind herzlich eingeladen, Kahlua und ihr Jungtier bald im Zoo Schwerin zu besuchen und dieses besondere Ereignis mitzuerleben.
Population der Giraffen ist rückläufig
In ihrem natürlichen Verbreitungsraum in Uganda und Kenia nimmt die Zahl der Rothschildgiraffen ab. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Unter anderem bedrohen anhaltende Dürren und Wilderei diese und andere Giraffenarten. Der Bestand der Rothschildgiraffen wird auf rund 2.000 Tiere geschätzt. Die Weltnaturschutzorganisation IUCN (International Union for Conservation of Nature) stuft die Art als potenziell gefährdet ein. Der Zoo Schwerin beteiligt sich mit der Giraffenhaltung am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP), das dazu beiträgt, eine vor den äußerlichen Bedrohungen geschützte Population der Tiere zu sichern.